SLEAZEmagazin

trash mit substanz

Advertisement

Author Archive

Heute Abend bitten die werten Damen und Herren der Badezimmer Produktion an Bord der Hoppetosse zum Tanz. Bei einem maritimen Spezial der ATARI DISCO* wird man im Salon mit Indie Pop, Trash Hits, Elektro Punk und Balkan Rock bespaßt, angerichtet und zubereitet von den üblichen Verdächtigen:

DJ Ameise (Badezimmer Produktion)

Johann Porsche (FUNK Royal)

WillyWonka¡ (JUSTFUCKFACE¡)

Magic Rider (General Genital)

Boarding ist heute Abend, also Freitag, den 03. September ab 22 Uhr.

Wir verlosen spontan 5×2 Karten. Möchtegern-Gewinner schicken einfach ne Mail mit dem Betreff: „Das haut den stärksten Seemann um!“ an: geschenke@sleazemag.de

Lana

Endlich ist September. Die Wochen und Monate des musikalischen Sommerlochs in der Hauptstadt sind vorbei. Es gibt wieder mehr Clubkonzerte, mehr Kleinkunst fernab von Stadionrock und Massenfestivals. In diesem Zusammenhang möchten wir euch gleich zwei aktuelle Veranstaltungen ans Herz legen.

KRAKÓW LOVES ADANA from Kraków Loves Adana on Vimeo.

KRAKÓW LOVES ADANA – Donnerstag, 02.08.2010, Bang Bang Club

Ruhig, melancholisch, intelligent und einfühlsam. Die Musik des Duos um Robert Heitmann und Sängerin Deniz Cicek vereint kraftvolle Arrangements mit zerbrechlichem Gesang. Das aktuelle Album „Beauty“ ist Anfang Juli erschienen, nun soll es neben euren Plattenregalen auch die Konzertbühnen erobern.

„Anheizen“ wird Tonia Reeh, unbedingt ansehen. SLEAZE freut sich, euch heute Abend im BANGBANGCLUB am Hackeschen Markt in Berlin zu sehen, wer uns findet, darf ein Foto mit uns schießen und Bier trinken.

http://www.myspace.com/krakowlovesadana

Tonia Reeh
http://www.myspace.com/toniareeh

BANG BANG CLUB
Einlass: 20 Uhr || Beginn: 21 Uhr
VVK: 14,50€ || AK: 15€

Julian

Reisen macht den Kopf frei Vol.3

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?!

Am Wochenende geht das kleine aber feine Berliner Elektro Festival „REISEN MACH DEN KOPF FREI“ mit vielen internationalen, nationalen und vor allem Berliner Musikern, Liveracts und DJs in die dritte Runde.

Auf die Ohren gibt es live u. A. vom Kollektiv Turmstrasse und Daso, von Turmspringer, Eulenhaupt & Mollenhauer und dem Barfuss DJ Team.

Wir verlosen 2×2 Karten. Wer gewinnen will schickt einfach ‘ne Mail mit dem Betreff: „Erst such dir einen Gefährten – dann erst begib dich auf die Reise!“ an geschenke@sleazemag.de

Kommt und tanzt mit uns! Also nehmt die Beine in die Hand und schwingt eure Hintern zum Kraftwerk Rummelsburg.

Line Up (Auszug)

Live:

Kollektiv Turmstrasse (Connaisseur)

Daso (Spectral/MBF)

Whatyes (Klangsucht)

Skinnerbox (Doxa/Tonkind)

Erich Lesovsky (SvTalent)

DJ-Teams:

Turmspringer (Tonkind /Get Physical)

Eulenhaupt & Mollenhauer (Acker rec.)

Barfuss DJ Team (Eric Panzer & Anarki)

Süss & Sauer (Clementine und Rcrusoe)

DJs:

Ruede Hagelstein (upon you)

Function (sandwell district)

Sven Dohse (Bar25 / Klangsucht)

Till v. Sein (Suol / Morris Audio)

u.a.

Außerdem: KnickKnackDeko, Best Mexican Food von La Pulqueria, Massagen,

VitaminSpritzenBar, Das incredible VodkaEisKuss Kabinett und und und…

REISEN MACHT DEN KOPF FREI Vol.3
www.reisen-macht-den-kopf-frei.de

04. & 05.09.2010 10-22 Uhr

Kraftwerk Rummelsburg
Rummelsburger Landstr. 2-12
12457 Berlin

Ticketpreise: 10€

Lana

Tachchen,

der heutige Plattenteller dreht sich um handfesten Rock, ein bisschen alte Schule und norwegische Gesangskunst. Kurz gesagt, ein Querschnitt durch alles, was ihr so vielleicht noch nicht in der Hand hattet.

Nu Metal
Papa Roach
Time for Annihilation (On the Record & On the Road)
(V: 31.08. / Eleven Seven Music)

Neues Label, neue Platte. Die Nu-Metal-Veteranen Papa Roach geben ihr Debüt auf Eleven Seven Music, doch Debütanten sind die Jungs sicherlich nicht. Macht die Band doch schon seit 1993 Musik. „Time for Annihilation“ wartet mit dem gewohnten Papa-Roach-Sound auf und hat sich abermals voll und ganz dem Nu Metal beziehungsweise dem – wie ich es gerne bezeichne – „Hüpf Rock“ verschrieben. Sehr eingängige hymnenartige Songs, die man quasi schon beim ersten Mal hören intuitiv mitsingen kann. Die Liste des neuen Materials ist mit fünf Songs allerdings arg kurz geraten. Der Rest des „Albums“ sind Live-Versionen von Klassikern wie „Last Resort“. In denen wird deutlich, weswegen ich diesen Musikstil so liebevoll als „Hüpf Rock“ bezeichne, wenn Shaddix die Meute immer wieder mit „Jump around“ anheizt.

Und wie sich dies anfühlt, kann jeder demnächst selbst auf der „Taste of Chaos Tour“ auskosten. Neben Papa Roach werden auch Disturbed, Halestorm und Buckcherry für ein Rockerlebnis der Extraklasse sorgen. Die Zwischenstopps auf deutschem Boden:

22. November 2010 – Berlin
25. November 2010 – München
28. November 2010 – Freiburg
29. November 2010 – Hamburg
01. Dezember 2010 – Düsseldorf

Pascal

Alternative Metal
Disturbed
Asylum
(V: 26.08. / Reprise Records)

Longplayer Nummer Fünf der Metal-Band um den charismatischen Frontmann David Draiman. Zwei Jahre nach „Indestructible“ veröffentlicht Disturbed dieser Tage die Platte „Asylum“. Am typischen Disturbed-Sound hat sich sehr wenig verändert. Dies ist jedoch nur bedingt negativ zu verstehen. Denn kommen einen zwar sofort einige Passagen sehr vertraut vor, macht der Großteil der Tracks Spaß wie eh und je. Das sympathische an Disturbed ist, dass sie es immer wieder schaffen, gnadenlos hart zu Werke zu gehen und gleichzeitig für einprägsame Melodien zu sorgen. Dazu gesellt sich Draimans unverkennbare, einmalige Art zu singen. Gerade live wirkt er dann eher wie ein Prediger des Metals, der es wunderbar versteht, die Masse mitzureißen.

Wer auch gerne einmal mitgerissen werden möchte, kann dies auf der anstehenden „Taste of Chaos Tour“ erleben. Dort warten nicht nur Disturbed, sondern auch Papa Roach, Halestorm und Buckcherry auf euch. Für Deutschland sind fünf Termine angekündigt:22. November 2010 – Berlin
25. November 2010 – München
28. November 2010 – Freiburg
29. November 2010 – Hamburg
01. Dezember 2010 – Düsseldorf

Pascal

Neurosis- Enemy Of The Sun
VÖ: 03.09.2010
Neurot / Cargo Records
Trip-Core-Doom-Metal

Hier ist der Name Programm und hält was er verspricht! Nach dem Genuss dieser Scheibe fühle ich eine leichte Benommenheit und hab kleine Orientierungsprobleme im Raum/ Zeitkontinuum.

Nach einem kurzem Bassgrollen und der einen oder anderen Rückkopplung steigt das Teil auch gleich voll ein und nimmt mich mit auf eine finstere Fahrt in die untiefen meiner Seele. Dort angekommen macht die Truppe das, was sie am besten kann: Brachialste Riffs, mächtige Drumläufe, Feedbackorgien, verzerrte Bässe wechseln sich ab mit den schönsten Melodiefragmenten, die sobald man sich kurz erholt hat, einen noch tiefer in den Seelensumpf hinab ziehen. Das ganze wird noch durch Steves herausgeschrienen Weltschmerz gekrönt. Man bedient sich wie immer der verschiedensten Sound- und Percussionelementen um das ganze abzurunden.

Abgesehen von der Verbesserung der Aufnahmebedingungen, des Sounds und genialem Artwork, sind sich Neurosis über die letzten Jahre treu geblieben. Manch einer würde das als Stillstand bezeichnen. Doch Tatsache ist, dass die Jungs für sich schon vor Jahren mit Genreklassikern wie z.b. „A Sun That Never Set“ einen Stil kreiert haben, diesen konsequent durchforsten und verfeinern, in Tradition der Melvins oder Eyehategod. Dadurch müssen sie sich nicht ständig neu erfinden. Wozu auch? Die Jungs sind per Du mit ihren Dämonen.

Fakt ist: dies ist kein Sound für die Massen und man muss schon eine große Portion Willen mitbringen um diesen durchzustehen. Aber nach mehrmaligem Genuss erschließt sich einem diese Platte mehr und mehr wie ein Tool-Album. Allerdings empfehle ich dieses Teil nicht mehr als einmal am Tag zu hören. Falls eure/r Freundin/Freund sich von euch getrennt hat, würde ich’s ganz lassen.

Die Jungs leisten ganze Arbeit, und wie gesagt, hinterlässt diese Band nachhaltig eine gewisse Leere und Dunkelheit, die sich mit einer latenten Aggression paart. Vielleicht mal was um die Generation iPhone auf andere Seiten in ihrem Dasein aufmerksam zu machen und vielleicht die Leere, die der eine oder andere Abends verspürt, ein wenig aufzuhellen bzw. abzudunkeln und sich seiner Selbst zu stellen. O Gott, bloß nicht. Ich vermute, dass die Selbstmordrate bei Art-Direktoren aus der Werbebranche und ähnlichen Berufsgruppen sprunghaft ansteigen würde.

Also Leute, mehr Neurosis hören!!!

Denn Neurosis machen relevante Musik die zum Nachdenken oder Mitfühlen anregt.
Empfohlen sei auch die etwa eine Monat später erscheinende Live Scheibe, versehen mit einer kleine Werksschau der letzten Jahre!

Ekke

Progressive Rock / Post Rock
Oceansize
Self Preserved While the Bodies Float Up
(V: 03.09.  / Superball Music)

Aus England kommen nicht nur öde Brit-Popper, sondern auch einige sehr kreative Rockbands. Oceansize ist eine davon und seit nun mehr zwölf Jahren im Geschäft. Ihr neustes Werk trägt den langen Titel „Self Preserved While the Bodies Float Up“ – nicht das einzige Ungewöhnliche im Vergleich zu Standard-Rockplatten. Zehn Tracks und 51 Minuten Post/Progressive Rock warten auf aufgeschlossene Ohren. Oceansize-Kenner werden sofort die typische „Handschrift“ der Jungs heraushören und wirkliche Überraschungen sucht man auf der Scheibe vergeblich. Aber auch unabhängig vom bisherigen Schaffen ist die LP ein wenig enttäuschend. Zu träge und auch phasenweise uninspiriert schleppen sich viele Passagen daher und klingen leider zu oft belanglos. Sicherlich keine wirklich schlechte Scheibe, aber leider zu fade dargeboten und dadurch irgendwie überflüssig.

Pascal

Casiokids – Topp Stemning På Lokal Bar
VÖ: 27.08.2010
Moshi Moshi
Electro-Pop

Norwegen: Berge, Fjords, Stockfisch, Nordkap und Casiokids. Liegt doch auf der Hand. Seit 2006 das Debütalbum „Fück Midi“ erschienen ist, geistern die jungen Skandinavier immer mal wieder durch die nationalen Indie-Diskos, wenn man Glück hat, kommt mal ein total schnittiger Weltenbummler-DJ daher und verirrt sich in deine Lieblingskaschemme. Dann kommst du in den gar erstklassigen Genuss von Casiokids in Deutschland. Und dann wird der Albumname zum Programm. „Topp Stemning På Lokal Bar“ heißt nichts Banaleres als „Top Stimmung in der lokalen Bar“, so einfach ist Völkerverständigung.

Die Tracks auf der Platte reichen von Super-Mario-Minimal über feinsten Elektropop bis hin zu treibendem Technobeat mit dem einen oder anderen Stückchen Indie. So gesehen nicht unbedingt das neu erfundene Rad, interessant ist jedoch, dass die Casiokids die erste norwegische Band sind, die ihre Musik in Heimatsprache auch im Ausland veröffentlichen. So haben einige Lieder die urigen Namen „Fot i hose“, „Grønt lys i alle ledd“ oder „Gomurmamma“, niedlich oder?

Abgesehen von der zwergisch-angehauchten Sprache, und das meine ich nur positiv, bietet uns das Album aber eine Menge Abwechslung, hohen Anspruch und in aller erster Linie für den Elektrofreund sowohl entspannte Nummern als auch Tanzflächenkracher. Solange das so ist, dürfen die Casiokids weiter auf Norwegisch säuseln, wenn ich es mir recht überlege, will ich das sogar.

Mamas Gun. Ich sitze jetzt seit geraumer Zeit auf meinem durchgesessenen Schreibtischstuhl und frage mich, was ist das für Mukke, wie beschreibe ich sie und was will mir der sympathische Lockenkopf am Mikro eigentlich sagen? Fangen wir vorne an. Musikstil. Erinnert mich ein wenig an Jamiroquai vor ein paar Jahren. Sehr viel Funk, sehr viel Blues. Rockige Passagen, jazzige Melodien.

Alles in allem scheint das Debüt „Routes to Riches“ (VÖ: 06.08.2010, Candelion/ Roughtrade) aber vielschichtiger zu sein – wenn Jamiroquai seine Funknummer bis zum Ende durchzieht ohne mit der Wimper zu zucken, gibt’s bei Mamas Gun eine Wendung. Andy Platts, verantwortlich für Gesang und Texte der Band, zaubert auf so unterschiedliche Art und Weise Arrangements und Gesangseinlagen zusammen, dass einem aufgrund der Vielfalt der musikalischen Stile Details erst nach mehrmaligem Hören klar werden.

Mamas Gun gilt schon seit längerem als Geheimtipp, als Vorband von De La Soul oder als Support-Act der „Heimspiel“-Tour der Fantastischen Vier haben sie sich hierzulande einen Namen gemacht. Nach großen Erfolgen vor allem bei den Kollegen auf der angelsächsischen Insel  und in Asien kommen sie nun für ihre ersten Headliner-Gigs nach Deutschland.

In Großbritannien heißt der charismatische Platts jetzt schon „King of Modern Funk“, ob ihm dieser Name gerecht wird und er euch so umhaut wie die Bobbys drüben, könnt ihr morgen in Berlin checken. Von uns gibt’s: `ne Empfehlung.

Di, 24.08.2010, 20:00 Uhr

AK: 8,- Euro

Maschinenhaus, Knaackstraße 97 , 10435 Berlin

Pankow, U Eberswalder Straße

Noch nicht genug? Dann hier, klick:

www.beatsinternational.com

www.myspace.com/mamasgun

julian.

BECK`S ist ja schon lange kein Standard-Bier mehr. Nur aufhebeln und trinken ist nicht. Da steckt mehr dahinter. Seit Jahren gibt es Kooperationen mit Musik-und Kunstevents, kleinen Konzerten und großen Festivals. Da ist es nicht verwunderlich, dass BECK`S in diesem Jahr mit der „BECK`S MUSIC EXPERIENCE“ (BME) zum ganz großen Wurf ausholt.

In den letzten Jahren unterstützten Bands wie HARD-FI und LADYHAWK das Projekt, dieses Jahr ist es die französische Ausnahmekapelle PHOENIX. Als Teil der Kampagne laufen unterschiedlichste Wettbewerbe noch bis Anfang September. Bereits am Laufen (bis 12. September) ist der große Music Inspired Art Label Contest bei dem sich jeder mit gestalterischem Talent bewerben kann. Es geht darum, die Flaschenetiketten kreativ und innovativ zu gestalten.

Denkanstöße bieten dafür die entworfenen Etiketten von HARD-FI und LADYHAWK aus den letzten Jahren, oder das frische Design von PHOENIX. Mitmachen kann man auf www.becks.de, dort findet der interessierte Bier-Grafiker alle wichtigen Fakten und Hintergrundinformationen um Teil des großen Ganzen zu werden.

Ab dem 23. August startet ebenfalls im Zuge der „BECK`S MUSIC EXPERIENCE“ der Bandwettbewerb unter Schirmherrschaft von PHOENIX. Gesucht wird eine Supportband für die Franzosen, welche die Zuschauer auf dem BME-Abschlussevent im November in Berlin einstimmen soll.

Und dessen noch nicht genug: auf www.facebook.com/becksmusic können sich Nutzer ebenfalls mit kreativen Beiträgen bewerben und T-Shirts mit ihren eigenen Designs, sofern sie von der Jury als würdig erachtet werden, absahnen. Als Preise winken beim Music Inspired Art Label Contest nicht nur bis zu 3000 € sondern auch eine Einbindung des Gewinnerdesigns in die Inszenierung der Abschlussveranstaltung in Berlin.

Auf den Geschmack gekommen? Dann ran an deine kreativen Adern und designen, bewerben und freuen was das Zeug hält. Sleaze.julian

Moin Moin,

zwischen HALDERN, DOCKVILLE und HIGHFIELD gibts ja neben regnerischer Live-Musik auch noch ein paar neue Alben, die den Weg in eure Ohren, Herzen und Plattenregale suchen. Was wir euch heute kredenzen, ist durch und durch geschmackssicher und kopffreundlich. Zu aller erst: Metal mit THE SWORD. Ein Konzeptalbum welches nicht nur den Metal-Fans unter euch zusagen könnte. Der gute PHILIPP POISEL sorgt für lyrische Tiefe und musikalisch-emotionale Höhepunkte mit seinem neuen “Bis nach Toulouse” betiteltem Meisterwerk der deutschen Songwriter-Szene. Alin Coen, Teil der ALIN COEN BAND, besticht durch herrlichen Lounge-Pop mit zuckerweichen Texten und eindringlicher, atmosphärischer Melodie. Zu guter Letzt legen wir euch die neue EP der Engländer von THE WAVE PICTURES nahe. Unbedingt mal reinhören, am Besten zum Feierabend mit Bier, Burger und Sonne. Cheers.

The Sword – Warp Riders
VÖ: 20.08.2010
Kemando Records / RTD
Metal / Rock

Der Volksmund würde sagen, für THE SWORD gibt es nicht mehr so viel zu tun. In der Vergangenheit brachte die Metalband zwei durch und durch exzellente Studioalben heraus, ist auf dem Soundtrack von drei „GUITAR HERO“-Ausgaben und tourte mit Bands wie METALLICA mehrmals um den Globus.

„Sie erinnern mich an DEEP PURPLE, BLACK SABBATH oder JUDAS PRIEST. Die Jungs sind nicht wirklich wie die jungen METALLICA, aber nur weil sie viel cooler sind als wir“, entgegnet Lars Ulrich, seines Zeichens Drummer von METALLICA, auf die Frage, warum man nun gerade THE SWORD die Chance gegeben hatte. Hat der Volksmund also Recht, der Schuft? Nein. Es gibt immer was zu tun. THE SWORD beispielsweise bringt mit ihrem neuen Tonträger ein Konzeptalbum auf den Markt, welches buchstäblich nach den Sternen greift. „Warp Riders“ ist eine interstellare Mischung aus apokalyptischen Zukunftsvisionen, bedrohlich-chaotischen Arrangements und meteoritenhaften Gitarrenriffs und Schlagzeugwänden.

Auch die Nicht-Metaler werden bei diesem Album einen klaren Unterschied zum oft dröge und fad gewordenen Metal-Gewabber der letzten Jahre hören. Wingo (Drums), Richie (Bass) und Shutt (Gitarre) brennen ein Feuerwerk ab, wie man es in dieser Größenordnung nur von – ja, genau – METALLICA auf so hohem Niveau gewohnt ist. „J.D.“ Cronise (Gesang) intoniert die Kompositionen in alter Metalmanier, teilweise könnte das noch ein wenig erfrischender und vor allem soundtechnisch „fetter“ daherkommen.

Live sind die vier Texaner sicher eine Ohrenweide, „Warp Riders“ reiht sich als drittes Album perfekt in den Werdegang der Band ein – und der führt steil nach oben.

Philipp Poisel – Bis nach Toulouse
VÖ: 27.08.2010
Grönland | Holunder | Rough Trade
Singer-Songwriter

Talente gibt es Heuschreckenschwarmweise in der deutschen Musiklandschaft. Musiker, die eben jenes nicht in Casting-Shows verschwenden sind rar. Musiker, welche ernsthaft Fuß fassen und zum Inventar einer sich verändernden, selbstbewussten jungen Musikszene gehören kann man leider immer noch mit zwei Freunden an je einer Hand abzählen. Talentierte Musiker, die es darüber hinaus schaffen, sich neben ihrem unglaublich authentischen Auftreten einen eigenen Stil in ihrem Genre zu sichern – unverwechselbar, eigen, sympathisch, ehrlich – gibt es kaum ein halbes Dutzend.

Philipp Poisel gehört zu diesem halben Dutzend, und dort zur obersten Liga. „Bis nach Toulouse“, so der Name der neuen Platte, besticht neben der gewohnten Leichtigkeit und verspielten, alltäglichen Naivität mit den so angenehmen „Poisel’schen“ Texten. Was bei anderen deutschsprachigen Kollegen nach Krampf und Kampf mit jeder Silbe klingt, scheint dem 26-Jährigen von der Hand zu gehen wie derzeit keinem anderen deutschen Solokünstler. Der unscheinbare, auf der Bühne mal zerbrechlich wirkende, dann energiegeladene Sänger legt mit „Bis nach Toulouse“ einen über alle Maßen gelungenen Zweitling in die Plattenläden, welcher sich vor dem so erfolgreichen Debut „Wo fängt dein Himmel an“ in keinster Weise zieren muss.

Die Texte sind tief und intelligent, die Musik gewohnt gitarrenlastig mit Ausbrüchen in Folk und Pop. Philipps Stimme variiert stärker, pulsiert, traut sich mehr als auf dem Debut – das ist der große Gewinn der Platte. Das Spektrum erweitert sich, Songs wie „Zünde alle Feuer“ wachsen innerhalb ihrer 3 Minuten und 46 Sekunden zu wahren Wasserfällen an Klang und Gesang, treiben einen aus dem Sessel auf die Straßen. Ein Album zum Genießen ist es geworden, weil es auch beim fünfzehnten Mal mitsingen nicht langweilig wird. Weil man diesem Jungen abkauft was er verkauft. Weil die Texte ehrlich sind, Ecken und Kanten haben, welche nicht auffallen oder stören, sondern den Inhalt der Lieder wahr machen. Es geht um Freundschaft, Liebe, Einsamkeit, Trauer. Die Inspirationsquellen vieler, wenn nicht aller Musiker auf dem Markt. Die Umsetzung dieser Inspiration, das Endergebnis von Poisels Schaffensphase, diese zwölf Tracks als Gesamtkunstwerk zeigen das ungeheure Talent, die persönliche Leidenschaft und das Herzblut in jeder Note und jedem Textfetzen dieser Platte.

Das sind wir vom jungen Herrn Poisel gewohnt, die Dynamik ist auf „Bis nach Toulouse“ allerdings eine ganz andere, vielschichtigere, diffizilere als auf dem Vorgänger. Philipp Poisel entwickelt sich weiter, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Er hält an dem fest, was ihn von so vielen unterscheidet und derzeit zum besten deutschsprachigen Singer-Songwriter macht: Herz und Verstand.

Alin Coen Band – Wer bist du
VÖ: 27.08.2010
Pflanz einen Baum
Melodie-Pop

Sollte man die Alin Coen Band schon kennen? Ist das ein Muss? Immerhin nahmen sie als eine von fünf ausgesuchten Bands am 2008er Popcamp teil, waren Support für Philipp Poisel oder Regina Spektor, liefen im ZDF und auf 3Sat. Reicht das? Sollte es. Hat es das bis jetzt nicht, so richtet euer Interesse auf „Wer bist du“, den Erstling der Band um Alin Coen.

Die gebürtige Hamburgerin mit mexikanischen Wurzeln zaubert mit ihren drei Bandherren herrlich leichte, sommerliche Tracks aus den Boxen, die sich musikalisch irgendwo zwischen Folk, Pop, Jazz und Latino bewegen. In feiner Manier weiß die Band sowohl deutsche als auch englische Texte musikalisch in breiter Farbenvielfalt zu inszenieren, Spannungen aufzubauen und durch plötzliche inhaltliche und rhythmische Wechsel den geneigten Hörer zu überraschen.

Coens Stimme harmoniert perfekt zu den vollen Klangwänden ihrer Bandgefährten, die Kompositionen sind eindrucksvoll – man spürt den Ehrgeiz und den Perfektionsdrang, den die Band in jede einzelne Melodie legt. Eine durch und durch gelungene Platte, ein sehr reifer Erstling und eine Band, die hoffentlich über den Sommer hinaus mit Konstanz und Kreativität bald zum verdienten Platz in der Szene kommt.

The Wave Pictures – Sweetheart EP
VÖ: 03.09.2010
Moshi Moshi
Indie

Die jungen Engländer um David Tattersall veröffentlichten im Frühjahr 2010 erst das fantastische Album „Susan Rode The Cyclons“, als Nachfolger ihres im letzten Jahr in den Plattenschrank gestelltem „If You Leave It Alone“. Also erst mal Ruhepause. Weit gefehlt.

Gleich zu Beginn des Septembers steht schon der nächste Lauschangriff an. Aber, Moment mal? Die „Sweetheart EP“ ist im Prinzip eine abgespeckte Variante des letzten Albums, kein neuer Track, nur die alten Gassenhauer. Neben dem namensgebenden „Sweetheart“ auch das hochemotionale „Blind Drunk“, „Cinnamon Baby“, „Kittens“, „I Shall Be A Ditchdigger“ und „American Boom“. Liest sich fast wie ein Best-Of der letzten Platte. Ist es auch. An Charme verliert das trotzdem nicht. Die Kombination aus peinlichst genauen Arrangements und Passagen, welche ebenso gut improvisiert sein könnten, Tattersalls Stimme die sich permanent zwischen Zerbrechen und Aufbegehren bewegt.

Eine Gute-Laune-Melodie jagt die nächste und der Zynismus und die Komik in den Texten zaubert ein Schmunzeln nach dem anderen. Verändert hat sich demnach also nichts bei der wohl derzeit sympathischsten Indiefolkband der Insel. Gut so, das freut uns.

julian.

Unser Coverbild wurde wieder freundlicherweise bereitgestellt von Tomi Tirkkonen, http://pnuk.net/.

Am 29. August 2010 findet in der Wasserski-Arena Pinneberg bei Hamburg ein feiner Sportevent statt, das Euch Radlern und Wasserratten und -rättinnen gefallen wird.

Die Eliten auf den Sportgeräten BMX und Wakeboard werden sich ein zünftiges Stelldichein geben. So werden unter anderem der derzeitige Weltmeister Tom Fooshee aus den Vereinigten Staaten auf den jungen Hamburger Fredy von Osten und den Deutschen Meister Dominik Gührs treffen. In der BMX Miniramp nimmt Deutschlands Tobias Wicke den Kampf mit der Top 3 aus UK Mark Webb, Harry Main und Ben Wallace auf.

Musikalisch wird der Tag von Millencolin, Sublime with Rome und dem Headliner Gentleman untermalt.

Für Millencolin ist es der einzige Deutschland-Gig in 2010 und das zweite Mal, dass sie bei dem Sportevent des magentafarbenen Telekommunikationsriesen dabei sind. Anschließend starten sie ihre Tour durch Südamerika und Kanada.

Sublime zieht es nach 14 Jahren Bühnenabwesenheit mit ihrem neuen Sänger Rome wieder auf die Bühne, die Ska-Punk-Ikonen der 90iger lassen es laut werden.

Und unser deutsch-jamaikanischer Import/Export Gentleman bringt die Sache zu einem runden und gelungenen Ende.

Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen und unter www.telekom-playgrounds.de!

Wir verlosen zu diesem Anlass ein Wakeboard in der Telekom Extreme Playgrounds Special Edition und 1×2 Tickets zum Event. Eine elektronische Post an geschenke@sleazemag.de mit Betreff „Wasserbrett“ oder “Telekom Extreme Playgrounds”. Viel Glück!

Und alle, die es mit Wasser nicht so haben, sollten sich den 5. Dezember 2010 vormerken. Da wird Rollbrett gefahren und die BMXler zeigen ihre Tricks im Berliner Velodrom.

www.telekom-playgrounds.de

Heidewitzka,

gerade vom MELT! zurück und schon wieder mit einigem an neuer Musik auf dem SLEAZE PLATTENTELLER. Wir bleiben dabei gewohnt zuverlässig in der Wahl unserer Protagonisten und sagen Bühne frei für die Klitschkos des Elektro-Punks: Kap Bambino. Sie ist klein, zierlich und schlägt sich bei Live-Gigs gern die Nase und Ellenbogen blutig. Er steht nur da. Auf der Bühne ein Erlebnis, die Platte hier für euch im Test. Ebenso punkig aber weniger mit Strom kommen The Gaslight Anthem daher. Hymnen wie man sie schon lange nicht mehr gehört hat, eine saubere Sache. Juniper Leaf lassen den Folks unter euch das Herz bis zum Kinn schlagen. Die Band um Chikinki-Sänger Rupert Browne schafft es mittelalterlich angehauchten Folk wieder Disko-fähig zu machen. Hut ab. Als letztes schicken wir euch mit Kid Atari einen echten Geheimtipp in die Synapsen. Trashiger Name, gute Musik, wir dachten, das passt zu uns. Cheers.

Übrigens: das Coverfoto stammt heute von Tomi aus Finnland. Klick hier, denn sein Blog ist absolut einen Besuch wert.

Kap Bambino – Blacklist

VÖ: 18.06.2010 Because Music Elektro-Punk

Sieht man die blonde, zierliche Französin Caroline Martial und ihren Bandkollegen Bouvier Orion auf der Straße, passen sie wohl oder übel klar in die Indie-Schublade: Martial mit Hornbrille, keck zurechtgemachtem Haar und allerlei Ketten, Orion mit Oberlippenschnäuzer, Schlafzimmerblick und Karo-Hemd. Aber halt, so Indie sind die gar nicht. Auf der Bühne brauchen sie einen Stromstecker für Orions Laptop und ein Mikro für Martial, das war’s. Keine Gitarren, keine Folk-Streicher, keine Indie-Band im Hintergrund. Orions hervorgezauberter Beat ist drückend, sanft, melodisch, unglaublich verzerrt, dumpf und klar, voll wie eine Wand oder dem Zerbrechen nah. Martials Stimme – meist bis ins Unermessliche hochgeschraubt – quietscht, schreit und kreischt uns auf zwölf treibenden Tracks entgegen. Verschnauft wird da kaum, erinnert mich (aus welchem Grund auch immer) an Daft Punk gemixt mit absurdem japanischen Manga. Vor allem live sollte diese Scheibe den beiden Franzosen den nötigen Rückhalt geben, dem Publikum den Schweiß aus jeder Pore zu treiben. Wer sie schon live gesehen hat, weiß, Martial macht als Front-Sau auch vor Blutergüssen und Platzwunden nicht Halt.

julian.

The Gaslight Anthem – American Slang

V: 18.06.2010 Side One Dummy / Cargo Punkrock

Vor drei Jahren erschienen Sie mit „Sink or Swim“ zum ersten Mal auf dem Radar der weltweiten Musikpresse. Mit dem 2008er Album „The 59`Sound“ setzten sie sich in Ohr und Feuilleton fest. In diesem Jahr avancieren sie mit der neusten Platte aus der Feder von Sänger Brian Fallon zur nächsten Stadionrockband. Und das kann man sagen, ohne faden Beigeschmack, ohne Wehmut an eine bessere musikalische Vergangenheit, ohne die peinliche Rührung, die einem entgegenschlägt, wenn man gleiches über Placebo oder The Killers sagt. The Gaslight Anthem sind angekommen, am Etappenziel, auf der ersten Stufe von vielen. Ja, das neue Album ist melodiöser, die Nummern eingängiger, vielleicht glatter. Aber dennoch finden sich auf „American Slang“ zehn Punk-Perlen allererster Güteklasse. Vielseitig, tiefsinnig, tanzbar und mit Potenzial zu den ganz großen Hymnen des Sommers. Schon jetzt ein Lieblingsalbum, live noch besser als gepresst, was nicht zuletzt auch an der einmaligen Stimme von Fallon liegt. So stellen wir uns Punkrock vor.

julian.

Juniper Leaf – Broom, Briars, Torches From The Fire

VÖ: 23.07.2010 Universal / Snowhite Folk-Pop

Die Liste der Nebenprojekte von gestanden Musikern ist lang. Man könnte meinen, es gehört zum guten Ton, seiner Kreativität auch in Zweit-und Drittprojekten gehörig Luft zu verschaffen. Bei Juniper Leaf gilt das für Rupert Browne, dem geneigten Chikinki-Hörer als Frontmann der Band ein Begriff. Ins Boot geholt hat er Bandkollege Boris Ming sowie Vanessa Marlowe und George Bradley. Beim ersten Hören ist, natürlich wegen Browne’s eingängiger Stimme, eine klare Parallele zu Chikinki nicht abzustreiten. Das Album als Gesamtwerk wirkt jedoch vielschichtiger, romantischer und mit einem riesigen Schritt in Richtung Indie-Folk. Der Opener des Albums „Witch‘s Book“ ist eine feine, beatgetragene Perle, die klar die Richtung der Platte vorgibt. Wie der Titel vermuten lässt, erzählt jedes Lied eine an ein Märchen erinnernde Geschichte- düster und romantisch in mittelalterlicher Folklore. Paradebeispiel dafür ist ohne Zweifel der letzte Track „King William‘s Lady“, ein Stück Musik, wie es von Barden und Troubadouren auf der Geige im Festsaal gespielt worden sein könnte. Trotz allem ist „Broom,Briars, Torches from the Fire“ kein Mittelalter-Epos, sondern ein feines Stück Folk. Hört, hört.

julian.

kid atari

Kid Atari

Gebürtig aus Eisenhüttenstadt lebt auch dieses Talent hauptsächlich in Berlin Grob könnte man seinen Stil der elektronischen Tanzmusik zuordnen, jedoch die Einbindung von „echten“ Instrumenten, ständige Rythmuswechsel und der loungige Sound machen seine Musik zu etwas Besonderem und schaffen neue Klangwelten, fast schon melancholisch.

Internet: http://www.myspace.com/kid-atari

Seit wann machst du Musik? Seit ca.zehn Jahren.

Aus welcher Ambition entstand das Musikmachen (Geld / Leidenschaft)? Es war wohl mehr eine gesunde Mischung aus Leidenschaft und Wahnsinn. Der pure Konsum des Mediums Musik und die Zeichnerei (ich habe damals sehr viel gezeichnet) wahren nicht mehr genug. Ich brauchte noch ein anderes Ventil um meinen kreativen Wahn zu kompensieren. Und da bot sich nach ein wenig Probiererei, das Musizieren an.

Ist es zum Minusgeschäft geworden oder kannst Du davon auch die eine oder andere Rechnungen begleichen? Auf finanzieller Ebene kann man schon die eine oder andere Rechnung begleichen. Wesentlich wertvoller ist die Selbstverwirklichung.

Was macht deine Musik deiner Meinung nach anspruchsvoll? „Die richtige Antwort lautet wie immer 42“

Unternimmst du etwas um berühmt zu werden oder lässt du es laufen? Eigentlich mache ich nur wenig, was die Werbung angeht. Da mein Hauptantrieb eher das musikalische Schaffen ist. Ich bin kein Marketingfachman oder Promoter. Vielmehr denke ich, dass die Musik, die man macht, die beste und vor allem ehrlichere Werbung ist.

Hast du national/ international größere Projekte geplant? Die Weltherrschaft…Spaß bei Seite…Ja es ist einiges geplant!

Was war die Inspiration für Kid Atari, solch experimentelle Musik zu machen? Einerseits waren es Impressionen aus dem alltäglichen Leben, andererseits auch die Einflüsse anderer Künstler wie zum Beispiel Autechre, Amon Tobin, Boards of Canada oder Jimi Hendrix und Jefferson Airplane. Mich selber faszinieren abstrakte Audioarchitekturen, ich liebe es immer wieder neue Details bei einem Track zu entdecken, selbst wenn ich ihn schon zum hundertsten Male gehört hab.

Die technischen Möglichkeiten machen es leicht auch ohne die Fähigkeiten Noten zu lesen oder ein Instrument zu spielen, Musik zu machen. Greifst du auch manchmal auf klassische Instrumente zurück oder nur auf deren elektronische Klangnachbildung?

Ja zum Beispiel eine Gitarre, Klangschalen, Bambusxylophon. Im Endeffekt geht Beides Hand in Hand.

jule.


Ein Reisebericht (ersetzt nicht den käuflich zu erwerbenden Reiseführer)

Marokko, kein ausgefallenes Ziel, zugegeben. Aber das Königreich ist es wert, erwähnt zu werden. Ziel war die West-Sahara, Startpunkt die Hafenstadt Tanger an der Straße von Gibraltar. Fortbewegt wurde sich mit einem mittleren LKW.

Die Fähre

Wer sich nicht zu fein ist, Zeit und Sprit und genug Koffein dabei hat, sollte sich die Überfahrt von Tarifa gönnen. Zwei Tage Fähre können nerven, nicht nur, dass es dort kein Casino oder andere westliche Vergnügungseinrichtungen gibt. Die Einfahrt in den Bauch des Schiffes allein ist schon ein Erlebnis. Es wird gequetscht und gedrängt und wenn man nicht aufpasst, kommt man nicht mehr an seine Sachen, weil die Karre komplett zugestellt ist.

Defekte Toiletten auf der Kabine, die Klimaanlage liefert die gasförmige Vorfreude auf die nächste Mahlzeit, es war ein lustiges Ratespiel. Kabine gab es von XS bis M. Ich will gar nicht wissen, wie es in der Holzklasse aussah.

Duty Free, juhu. Aber den Stoff kann man sich erst kurz vor Ende der Fahrt abholen. Die Hotelbar will schließlich auch verdienen. Dort gibt es Alkohol! Der Wodka schmeckte nach Gin und von sauberen Gläsern habe ich mich längst verabschiedet. Was bleibt einem denn noch! Trinken, Rauchen und arabisches TV. Und zwischendurch völlig sinnfreie Evakuierungsübung. Die Mannschaft trug Westen und die Sirene pfiff ihr lustiges Lied, der Rest schaute dumm und trank weiter.

Der Zoll

Stundenlanges Warten im Hafen von Tanger, scheinbar willkürliches Absuchen von Fahrzeugen nach Schmuggelgut, Formulare stempeln und ausfüllen lassen und weiter auf den hoffentlich wohlgesonnen Zollbeamten warten. Und überall Menschen, die dort scheinbar arbeiten, dir erzählen, dass irgendwas mit deinen Papieren nicht stimmt und die Hand aufhalten. Nicht darauf einlassen!

Was sollte man nach Marokko schmuggeln wollen? Haschisch? Haha. Na gut, zu viel Zigaretten und Schnaps, aber irgendwie muss man ja überleben. Nach drei Stunden in der Innenstadt, nichts wie raus.

Die Fahrt

Supermarkt an der Stadtgrenze, Wasser, genug für ein Planschbecken, Tonic für den Schnaps. Nahrungsmittel als Alibi.

Übernachten unter dem Auto? Nee, ich penn im Führerhaus. Böser Fehler, Ganzkörperschmerzen in allen Gelenken und Organen, die es gibt und zukünftig geben wird.

Vorher Gasgrill auf der nicht schlecht ausgerüsteten Raste an der Autobahn Richtung Casablanca ausgepackt, den ergatterten Duty-Free-Schnaps gegönnt.

Casablanca, ein Moloch mit Dunstglocke. Die Marokkaner fahren nach unseren Maßstäben schlecht bis MPU-verdächtig Auto und scheinen zu denken, dass die Hupe das Fahrzeug schneller macht. Hier unbedingt Nerven behalten, Augen überall und nicht nachgeben. Zebrastreifen sind nur dazu da, um das Grau des Straßenbelags optisch zu durchbrechen. Polizisten pfeifen auf den Kreisverkehr, die Zustände der Autos entsprechen in der Regel den Fahrkünsten ihrer Besitzer.

Hotel, ein echtes Klo (Standard ist das Loch im Boden!), eine Dusche, eine BAR! Ein befreundeter Taxifahrer (Danke Rudi!) macht uns die Tour durch die Nacht. Durchschnitt ist 100 km/h und zwei Drinks je Bar oder Club.

Wann haben wir eigentlich das letzte Mal was gegessen? Hm, ok, holen wir morgen nach.

Frühstück ist Standard: Weißbrot, Butter und Marmelade und Kaffee vom zweiten Aufguss.

Auf die Straße, diesmal zu Fuß. Meine Begleitung will sich den Kopf scheren lassen, also ab zu „l’estetique“ in der Rue Colbert 16. Er kriegt eine Maniküre dazu und meinen Hohn obendrauf. Ich begnüge mich mit einer Gesichtsrasur, die mir das Gefühl gibt, als hätte ich aus dem Jungbrunnen getrunken. Nehme mir vor, zuhause das Rasieren mit dem Messer zu lernen.

Essen gegenüber, gegrilltes Huhn, da macht man nichts falsch. Etwas Kino nebenbei, die Sécurité nationale (Zivilpolizei) führt einen Bettler ab, er stand wohl an der falschen Stelle.

Aufsitzen! Wir haben Zuwachs bekommen, jeder hat nun einen eigenen Untersatz. Bedenken gegen Sekundenschlaf für den Trip gehen unter, keine Schlafattacke auf insgesamt 5000 km!

Tankstellen gibt es genug, sogar für unsere durstigen Gespanne. Benzin beläuft sich auf ca. einen Euro pro Liter, Diesel auf 75 Cent. Am Ende der Fahrt hatten wir sogar nur 50 Cent für den Liter Diesel. Die Autobahn ist irgendwann zu Ende, schlechte Landstraßen entlang des Atlantiks führen uns weiter ans Ziel. Sehenswürdigkeiten gibt’s keine mehr, Marrakesch wird rechts liegengelassen, Agadir knapp geschnitten, Westsahara, wir kommen!

Das kleine Atlasgebirge eröffnet tolle Optiken, aber aufgrund der Straßenverhältnisse und der entgegenkommenden Vierzigtonner bleibt für ein „Ah“ oder „Oh“ keine Zeit. Haarige Situationen, abgerissene Leitplanken an Abgründen, glühende Bremsen der Brummis und nervendes Aufblenden der Entgegenkommenden. Das ist ein Mittel, um in der Nacht sicherzustellen, dass der Andere noch wach ist. Dumm nur, dass ich den Schalter für das Fernlicht nicht gefunden habe und bei meinem Vorausfahrenden gab es nur das Flutlicht, dass dann abgeklebt wurde, um den Eindruck einer normalen Beleuchtung zu erwecken.

Wir entschließen uns, die Nacht vorbeiziehen zu lassen und suchen uns ein Stück Wüste im Flachland und ziehen die Isomatten unters Auto.

Kurz vor Ende

Die Zivilisation dünnt merklich aus, die Straßen haben weniger Kurven und das Land verliert an Höhenunterschieden. Man ist allein mit dem Auto, dem Gegenverkehr und einigen Kamelen. Vor allem aber mit sich selbst. Defragmentierung und Systemfehlerbeseitigung ist angesagt. Dazu Wasser, Wasser und Kippen. Irgendwann freut man sich, dass der Tank wieder leer ist, dann ist es auch Zeit für die einzige Mahlzeit des Tages. Es gab Omelette oder Tajine, Huhn oder Lamm mit Gemüse, in einem geschlossenen Tontopf über offener Flamme gegart. Dazu süßen Tee. Der hilft dir über jeden Berg.

Polizeiposten vor und manchmal auch hinter jeder Stadt, an jeder großen Kreuzung auf dem Land. Pass zeigen, wo will man hin, wo kommt man her, was ist der Beruf. Schwache Versuche, einem die Kohle aus der Tasche zu ziehen oder dich dazu zu bringen, denen die Sonnenbrille zu schenken. Ein Tipp: An den Kontrollen nicht auffallen, Musik aus, Brille vom Kopf nehmen, ernsthaft bleiben. Das hilft, schneller wieder weg zu kommen.

Ankommen

Nach 16 Stunden im Auto, weggelassenen Mahlzeiten und Rückenschmerzen morgens um zwei Uhr Ankunft im Camp. Begrüßung mit kaltem Dosenbier, Marke „STORK“.

Da sein

Acht Tage in der Lagune. Sand, der, vom Wind getragen, deine Waden permanent sandstrahlt. Der Horizont trennt die Aussicht exakt in der Hälfte, das Wasser schreit in sämtlichen Blautönen, sonst schreit keiner. Das Wasser in der Unterkunft stinkt nach faulen Eiern, es stammt aus einer Schwefelquelle ganz in der Nähe. Mehr gibt es nicht zu erzählen. Fahrt doch selbst dahin!

Abfahren

Alle anderen sitzen im Flieger und sind längst daheim, wenn wir noch nicht mal gestartet sind. Die Fahrt ist das Ziel, versuche ich mir einzureden.

Der Rückweg geht leichter von der Hand, nur macht mein Untersatz Probleme, Korrosion der Elektronik führt zu einem Pannenstopp bei 45 Grad in der Wüste und der Motor leidet unter Leistungsabfall. Man quält sich nach Laâyoune, der größten Stadt der Westsahara, und checkt in einem Hotel ein. Der Parkplatz ist umringt von Polizei, Militär und Hotel-Security. Es scheint die komplette UN für Afrika hier zu wohnen!

Begegnung mit einem alten UN-Funktionär in der Hotelbar, betrunken und schimpfend über die Stelle, die er seit zehn Jahren einnimmt und den Job, den er seit 36 Jahren hat. Ich habe das dringende Bedürfnis, Frischs „Homo Faber“ zu lesen – oder selbst einige Kurzgeschichten zu verfassen.

Auf dem Weg in die Zivilisation begegne ich einem umgekippten Eselskarren im Straßengraben, der Esel ist noch dran und macht sein finales Nickerchen. Der Aufenthalt an den Polizeiposten ist erstaunlich kurz, man sieht bekannte Gesichter, hält an, grüßt ab und fährt weiter.

Eine seltsame Erscheinung, die ich auf der Hinfahrt nicht einordnen konnte, erwies sich nun als angekohltes und ausgehöhltes Kamel. Ich schau auf die Straße und denk an was Schönes.

Aufgrund der Pannen verpassen wir die Fähre, also zwei Tage Zwangspause in Tanger. Ab in den Souk, die Altstadt. Tinnef für Touristen, gefälschte Schuhe für modebewusste Touristen, für uns Café au lait auf der Straße und herrliches Kino. Touristengruppen mit Führer verstopfen die engen Gassen und ziehen kometenschweifartig fliegende Händler hinter sich her. Interessant zu sehen, wie die Gäste des Landes versuchen, die lästigen Angebote möglichst professionell abzulehnen oder zu ignorieren. Mich nerven nur die Haschischhändler unten auf der Promenade.

Hervorragendes Essen im Zoco Chico auf dem Souk Dakhel. Ein kurzes Shopping, man will ja nicht mit leeren Händen nach Hause kommen.

Die Fährsituation ist der der Hinfahrt nicht unähnlich, nur ist das Schiff unterbelegt. Man will seine Ruhe, Rückzug in die Kabine mit unglaublich süßer Coke, Chips und Filme von Festplatte. Sackstand, keine Lust auf Mief und Enge. Zweimal schlafen und man ist zum Frühstück wieder in der EU.

Der Zoll winkt uns durch, es gibt scheinbar nichts zu beanstanden. Ich schnappe Schlagzeilen auf: „Die deutsche Politiklandschaft bröckelt.“, „Köhler kann keiner mehr leiden.“ Endlich wieder echte Probleme.

-Daniel-

Liebe Surfer,

draußen tropfen die Städte und drinnen laufen die Plattenteller heiß. Egal was euch lieber ist, der heutige Plattenteller stellt euch 4 außergewöhnliche Musiker/ Bands vor. Zum einen die Berliner Elektroniker Tricus & Vitéz, welche sich erst kürzlich die Ehre gaben und auf der SLEAZE-Secret Party aufgelegt haben. Zum anderen die Festival-Stammgäste von Bonaparte, mit neuem Album am Start und derzeit wiedermal unterwegs auf allen deutschen Bühne- allen. Außerdem bewegen wir uns noch auf die Insel. Mit Betty and the Werewolves stellen wir euch eine ordentliche Punkpop-Kapelle vor, die sicherlich auf der ein oder anderen Indie-Disko in Zukunft häufiger zu hören sein werden. Abschließend würzen wir unseren Plattenteller mit dem neusten Wurf des Bombay Bicycle Clubs. Eine ganze Portion Musik, die bei diesen Temperaturen mehr als satt machen dürfte. Rein damit!

Betty and the Werewolves – Teatime Favourites

VÖ: 02.07.2010

Damaged Goods Records (UK)

Punk-Pop

Es ist Zeit für Tee. Der steht dampfend auf dem Tisch. Zucker und Milch warten gespannt. Und dann kommt Betty und setzt uns mit ihren Werwölfen 14 kleine Leckereien vor. So lässt es sich beschreiben, wenn man die Platte einschmeißt und laut aufdreht. Das ist manchmal ein bisschen mehr Pop als Punk, insgesamt aber überraschend beflügelnd für Tanzbein und Kehle. Schnelle Rhythmuswechsel,  gitarrenlastige Soli und stakkatoartiger Gesang sind das Punkaushängeschild der Band, die klaren Stimmen von Laura McMahon, Helen Short und Emily Bennet wissen allerdings auch die ein oder andere Ballade ins Mikrofon zu hauchen. Das Album wirkt für einen Erstling erstaunlicherweise sehr durchdacht und komplett, wartet nur darauf, mal live von der Bühne geschmettert zu werden. Gigs in Deutschland stehen noch nicht fest. Sollte es dazu kommen, seien euch Betty and the Werewolves wärmstens an Herz gelegt. Zu guter Letzt, um der Gleichberechtigung der Bandmitglieder nachzukommen, Drummer und einziges männliches Bandmitglied ist Doug McFarlane. Sozusagen das Alpha-Männchen im Rudel.

-Julian-

Bonaparte – My Horse Likes You

V: 04.06.2010

Staatsakt / Roughtrade

Zirkuselektro-Punk-Indierock

Zu diesem Album gibt es nur ein Wort zu sagen: Danke. Was der kaiserliche Wanderzirkus um Bonaparte auf ihrem nunmehr zweiten Album „My horse likes you“ zusammengepresst hat, ließ alle Erwartungen wie einen Kindergeburtstag neben einer Playboy-Mansion-Party zusammenschmelzen. Das ist große Klasse, das ist Bonaparte auf Tonträger wie man sie auf der Bühne kennen und lieben gelernt hat. Das entschädigt für eine lange, zweijährige Albumpause, die aus Tour, Tour, Tour und nochmal Tour bestand. Jeder Track ein Tanzflächen-Kracher, wie schon auf „Too Much“ keine Zeit für lange Pausen, Geschwafel und Pseudo-Geplänkel. Bonaparte will eins: die nächsten zwei Jahre alles kaputt machen was man Bühne nennt. Gut so. Gern so. Passt so. Absolut anspielen: „My horse likes you“, „Computer Love“, Boycott everything“, Fly a plane into me” und “Wir sind keine Menschen”.

Und unbedingt hier live sehen: MELT! – 16.07. Sonnenrot Festival – 17.07. Open Source – 07.08. -Julian-

Bombay Bicycle Club – Flaws

V: 16.07.2010

Universal

Acoustic-Indie

Kurz vorweg: Liebhaber, Kenner, Supporter und Fans der Band dürfen diese Rezension natürlich gern lesen, doch bitte erst nachdem sie „Flaws“ gekauft haben. Das Album lässt keine Wünsche offen. Es ist ein komplettes Akustikalbum. Es ist leiser, stiller als der Vorgänger und doch mit einem unglaublichen Druck und einer so schweren und vollen Stimmung, dass es nicht leicht fällt zu glauben, die Band habe wirklich zwischen Tour und Promo zum Erstling „I had the blues but I shook them loose“ daran gearbeitet. Inspiriert durch amerikanische Folkgrößen wie Neil Young, Harry Smith oder John Martyn (auf dem Album gecovert: „Fairytale Lullaby“) kommt die Band zur Ruhe ohne an Kraft zu verlieren. Die Songs bestechen durch ihre effektvollen Arrangements von Pausen, zerbrechlich-intensiven Textzeilen und einer instrumentalen Stimmung, dass einem der Atem stockt. Songs wie „Ivy and Gold“ oder das neu eingespielte „Dust on the Ground“ zeigen die volle Vielfalt, welche Jack Steadman mit seinen alten Schulfreunden auf die Bühne bringen kann. Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt – selbst das wird dem Gefühl nicht gerecht, welches „Flaws“ in einem hinterlässt. Dieses Akustik-Album knüpft an die grandiose Debütplatte an, und zeigt wohin der Weg noch gehen kann. Der Bombay Bicycle Club verharrt nicht in Überlebenspose und schmeißt eine Platte auf den Markt, die der ersten auf die Pore gleicht, sondern probiert sich aus. Sicherlich ist der Umfang der Veränderung nicht gleichzusetzen mit dem Sprung beispielsweise der Artic Monkeys und ihrem letzten Album „Humbug“, und doch ist es gewagt, sich schon beim zweiten Album ein wenig umzuorientieren. Die Fanbase der Band wird’s ihnen danken. Zu sehen war das schon auf dem diesjährigen Glastonbury Festival, auf welchem die Band einen grandiosen Auftritt zeigte. In Deutschland beehren sie unter Anderem das Dockville Festival in Hamburg, eine Tour sollte wohl auch hier nicht lange auf sich warten lassen. Unbedingte Empfehlung.

-Julian-

Tricus & Vitéz

Internet:  http://www.myspace.com/atibavitez

Ian Tricus und Atiba Vitéz, zwei Berliner Jungs die Techno machen. allerdings, wie manch einer bei dem mittlerweile recht vorbelasteten Begriff denken könnte, fernab von H.P. Baxter oder Marusha. Mit wiedererkennbarer Elektronischer Tanzmusik, schaffen es die beiden sich vom verkoksten House-Hype abzuheben.

Seit wann machst du/ ihr Musik?

Als Duo knapp zwei Jahre. Wir hatten vor Tricus&Vitéz noch ein anderes Projekt am laufen, was aber wegen musikalischer Weiterentwicklung dann aussetzen musste.

Ian Tricus ist seit etwa 14 Jahre schon im Musikgeschäft tätig. Ich ( Atiba Vitéz ) bin da noch ein Jüngling, 4 Jahre. Habe vorher schon viel elektronische Musik gehört, aber hatte leider nie das Geld und die Ambitionen selber Musik zu machen, was sich später dann änderte.

Wir haben beide eine lange Selbstfindungsphase gehabt, die über mehrere musikalische Richtungen lief, bis wir dann bei unserem jetzigen Projekt landeten, was sich in Richtung Techno/ House bewegt.

Aus welcher Ambition entstand das Musikmachen. Geld oder Leidenschaft?

Ganz klar die Leidenschaft. Selber Musik machen ist mit viel Spaß und Anstrengungen verbunden, aber es gibt nix besseres als Leute in Ekstase zu versetzen und gemeinsam Spaß zu haben. Klar der Faktor “Geld” spielt momentan auch eine Rolle, da wir unser Equipment aus unseren Gigs finanzieren, aber uns geht es weniger um Geldmacherei sondern wie schon gesagt, um Spaß, neue Leute kennenlernen und und und..

Ist es zum Minusgeschäft geworden oder könnt ihr davon auch die Ein-oder Andere Rechnungen begleichen?

Ich weiß noch wie wir im Sound & Drumland Berlin vor der Kasse standen, um uns eine externe Soundkarte zu kaufen. Wir haben glaube ich noch nie zuvor so tief in unseren Hosentaschen wühlen müssen – Geld beisammen und einen Rabatt bekommen und ab ging die Post. Um es auf den Punkt zu bringen: Schwerreich sind wir nicht, aber ab und an kann man schon mal was kleines abbezahlen.

Was macht eure Musik eurer Meinung nach anspruchsvoll, beziehungsweise findet ihr euch anspruchsvoll?

Anspruchsvoll, klar jeder stellt Ansprüche. Songs können Low Budget produziert sein und dich dennoch vom Hocker reißen. Wir versuchen immer Qualität in unsere Tracks zu packen, aber es geht immer noch ein bisschen besser. So kann es vorkommen, dass wir einen Song basteln, ihn super finden und nach zwei Tagen beim wieder anhören feststellen: „is ja doch nich so dufte.“

Dennoch stellen wir an uns hohe Ansprüche, um unsere Freunde’/ Fans/ Gäste nicht zu enttäuschen.

In einer Band hat jeder eine klar definierte Aufgabe sei es am Schlagzeug, Gitarreoder der Gesang wie läuft das bei euch? Setzt das Kompromissbereitschaft voraus oder hackt ihr euch die Köpfe ein ab und zu?

Bei uns gibt es während des Musikmachen‘s so gut wie keine unterschiedlichen Aufgaben. Wir spielen unsere Tracks immer nach Gefühl. Was passt jetzt, was spiel ich nach dem Song des anderen oder was mix‘‘q ich jetzt. Das ist immer unser eigenes Denken. Klar ab und an sagt einer dem anderen was er spielen könne, das wird entweder bejaht oder beneint und gut ist. Wenn wir aber produzieren, dann fließen viele Ideen von Ian ein, er ist da immer bisschen “eigen”. Ich kümmer‘ mich viel ums Booking, Presse, etc. Zusammen fusionieren ist bei so einem Projekt sehr wichtig. Sonst geht man ganz schnell seine eigenen Wege.

Unternehmt ihr etwas um berühmt zu werden oder lasst ihr laufen?

Nein. Berühmt werden kann schon schön sein, aber das ist nicht Sinn und Zweck dieser Geschichte. Soll alles laufen, wir freuen uns natürlich immer gepusht zu werden. Wir arbeiten momentan sehr eng mit Riotvan aus Leipzig zusammen, die das „Don’t Believe The Hype“ Festival betreuen, was jedes Jahr Leipzig in einen musikalischen Supergau verwandelt. Zudem haben Riotvan Künstler unter ihrer Fittiche wie “Gregor” und ”Good Guy Mikesh &Filburt” die in Zukunft auch noch ordentlich von sich hören lassen werden. Neben unseren Freunden aus Leipzig gibt es noch großen Support von unserer Booking Agentur “AWESOME AGENCY” aus Berlin. Ich denke, dass wir mit viel Ehrgeiz und Spaß noch einiges bringen werden. Man darf also gespannt sein.